Sticks Präsentiert PSP: Super-Trio on Tour
Oct 19th, 2009 | By Jan | Category: Allgemein, Konzerte_Festivals, TermineWenn ab dem 30. Oktober 2009 mit PSP ein spektakuläres Trio für neun Shows nach Deutschland kommt, werden Musik-Gourmets viele Gelegenheiten für einen besonders hochwertigen Ohrenschmaus bekommen. PSP sind Schlagzeuger Simon Phillips, der Keyboarder und Pianist Philippe Saisse sowie Bassist Pino Palladino! Simon Phillips war Drummer der mittlerweile aufgelösten Supergroup Toto, und die Liste der Bands und Künstler, mit denen er zusammenspielte, ist schier unglaublich und reicht von Asia und Jeff Beck über Mick Jagger bis Roxy Music und Pete Townshend. Pino Palladino ist der aktuelle Bassist von The Who und John Mayer und gilt als Maß aller Dinge in Bezug auf Studioarbeit. Philippe Saisse war musikalischer Direktor unzähliger Projekten und spielte unter anderem für die Rolling Stones, Eric Clapton, Jeff Beck, David Bowie, Chaka Khan und Paul Simon. Im Mai 2008 arbeitete Phillip Saisse in Simons Tonstudios im San Fernando Valley an seinem Soloprojekt „At World’s Edge“ und bat sowohl Simon als auch Pino Palladino um ihre künstlerische Unterstützung für den Track „Monday Afternoon“. Diese Session war quasi die Initialzündung für das Trio PSP, das Anfang 2009 einige Konzerte in Japan gab und nun also für neun Shows nach Deutschland kommt. Exklusiv für STICKS gibt Simon Phillips die wichtigsten Eckdaten der Gruppe zu Protokoll.
Simon, bitte gib den STICKS-Lesern ein paar Informationen über das musikalische Konzept dieser Tournee. Mit diesem Konzept präsentieren wir die neue Zusammenarbeit dreier Musiker, die sich seit vielen Jahren kennen, das Talent der jeweils anderen immer schon bewundert haben und hiermit ein gemeinsames Projekt initiieren. Auf dieser Tour werden wir ein paar Songs spielen, die zuvor noch nie aufgenommen wurden. Wir folgen nicht dem
normalen Pfad eines Künstlers, der ein Album mit neuen Songs geschrieben, aufgenommen und eine CD davon veröffentlicht hat und im Anschluss daran auf Tournee geht. Wir dagegen spielten zunächst in Japan, schnitten zwei der drei Shows mit und veröffentlichten dann eine CD mit Live- Material. Wir hoffen unsere Musik quasi während der laufenden Zusammenarbeit kreieren zu können. Möglicherweise werden wir ausschließlich Live-CDs machen.
Was denkst du: Welche Art Publikum werdet ihr ansprechen? Ich habe keine Ahnung, welches Publikum wir auf dieser Tour ansprechen werden. Alles was ich sagen kann ist, dass diese Musik ehrlich, kreativ und mit einem wundervollen Grundgefühl ausgestattet ist. Was uns beim ersten Zusammenspiel besonders begeistert hat, waren das unglaubliche Feeling und dieser tolle Groove. Wir probten einen Song, den keiner von uns je zuvor gespielt hatte, und es klang auf Anhieb perfekt. Es waren unsere Instinkte, die automatisch zum Vorschein kamen.
Kannst du bitte etwas über Pino und Philippe erzählen? Wie hast du sie kennengelernt, wie kam dieses Projekt zustande und wie waren die ersten Reaktionen des Publikums? Ich habe Philippe bereits 1982 kennengelernt, als ich nach New York City ging, um für eine Tournee mit Al Di Meola zu proben. Wir verstanden uns auf Anhieb und versuchten nach der Tour sofort ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Dieses Projekt war gewissermaßen die Grundlage für eine Band mit Jeff Beck. Ich würde sogar behaupten, dass es sozusagen der Vorgänger von Jeff Becks „Guitar Shop“ war, mit Gitarre, Keyboards und Schlagzeug. Die erste Scheibe, auf der ich mit Pino Palladino gespielt habe, war Pete Townshends „White City“. Wir haben uns seinerzeit allerdings nicht persönlich getroffen, denn sein Part wurde damals erst im Anschluss an meinen aufgenommen. Ein paar Jahre später trafen wir uns dann erstmals im Rahmen einer anderen Studioaufnahme, um schließlich auf der Bühne gemeinsam für Pete Townshends „Psycho Derilict“- Amerikatour zu spielen. Pino traf Philippe zum ersten Mal, als er auf Philippes Song „Masques“ spielte. Philippe wollte schon immer mal mit Pino zusammen spielen, und dabei stellte sich heraus, dass auch Pino seinerseits immer schon einmal mit Philippe arbeiten wollte. Philippe hatte dann die Idee, dass wir auf seinem Soloalbum spielen sollten, und somit wurde PSP quasi geboren.
Was ist das Besondere an Pino und Philippe? Das ist schwierig zu erklären. Alles was ich sagen kann ist: Als wir das erste Mal hier in meinem Studio gemeinsam spielten, war es pure Magie. Der Groove, das Timing, alles passte perfekt zusammen. Wenn sich etwas so gut anfühlt, dann bist du geradezu gezwungen, daraus etwas Großes werden zu lassen. Ich kann behaupten, dass es ein ähnliches Gefühl wie damals war, als ich zum ersten Mal mit Toto spielte, am ersten Tag der Proben für die „Kingdom Of Desire“-Tournee im Jahre 1992. Es ist ein ganz besonderes Gefühl, und ich bin überzeugt davon, dass sich dieses aufs Publikum überträgt, wenn wir im November 2009 in Europa spielen.
Kannst du bitte etwas über deine eigene musikalische Weiterentwicklung erzählen? Lernst du immer noch, und was genau ist es speziell? Wie sehen in diesen Tagen deine musikalischen Ziele aus? Ich hoffe zumindest, dass ich noch immer etwas dazulerne! (lacht) Der Hauptgrund für meine diversen Projekte ist, dass ich musikalisch kontinuierlich wachsen möchte. Ich möchte die unterschiedlichsten Dinge ausprobieren. Und manchmal muss man auf bestimmte Dinge noch einmal zurückkommen. Wenn du einen bestimmten Musikstil nicht durchgängig spielst, verlierst du etwas den Bezug dazu und es dauert eine Zeitlang, bis du den entsprechenden Groove oder was auch immer musikalisch essentiell wichtig ist, wieder drauf hast. Außerdem wird es mit zunehmendem Alter immer schwieriger, auf höchstem Niveau zu bleiben. Andere Dinge dagegen kommen ganz von allein – insofern gleicht es sich dann wieder aus. Ich habe noch immer eine Menge Ziele und hoffe nur, dass mir genügend Zeit bleibt, sie alle zu realisieren. Auf welche Weise haben sich dein Spiel und deine Haltung zur Musik im Laufe der Jahre verändert? Der natürliche Gang der Dinge ist, dass ich etwas ruhiger geworden bin. Ich bin heutzutage nicht mehr der hektische, schnelle Schlagzeuger, der ich früher mal war, weil ich es auch nicht mehr sein möchte. Für mich sind nach wie vor mein Sound und der Sound meiner Band generell von immenser Bedeutung. Mittlerweile achte ich mehr auf das große Gesamtbild und versuche, jeden zu berücksichtigen, anstatt nur in meiner eigenen Welt zu leben – was sehr schnell passieren kann, wenn man die gleiche Show jeden Abend aufs Neue spielt. Für mich steht die Musik, ihr Sound und die Summe ihrer Bestandteile an oberster Stelle, und nicht so sehr das Können jedes Einzelnen.
Was ist für dich der größte Unterschied zwischen Studioarbeit und dem Live-Spielen auf der Bühne? Der Hauptunterschied ist die Musik selbst. Auf der Bühne spielt man normalerweise jeden Abend das gleiche Programm, im Studio dagegen nimmst du völlig neues Material auf. Ich selbst bevorzuge es, neue Musik zu spielen, aber ich sehe gleichzeitig eine CD oder eine Studioaufnahme als eine Art Blaupause, die man Abend für Abend beim Spielen modifizieren kann. Ich liebe es, wenn eine Band nach zwei oder drei Wochen absolut tight zusammenspielt – für diesen Sound gibt es keinen gleichwertigen Ersatz. Am Beginn einer Tournee steckst du voller Energie und Begeisterung, doch die Band klingt noch etwas unsicher und steif. Am Ende einer Tour sind dann alle erschöpft, aber die Band klingt sehr tight und experimentiert zudem eventuell mit bestimmten Passagen, was es wiederum sehr aufregend macht. Daraus die perfekte Mischung hinzubekommen, ist wirklich anstrengend. Ich denke, dass eine Band nach etwa zwei bis drei Wochen einer Tour am besten klingt. Außerdem liebe ich den zweiten Teil einer Tournee, nachdemdie Band zwei Wochen Pause gemacht hat. Jeder ist dann wieder frisch, kennt aber die Musik in- und auswendig.
Was ist der signifikante Unterschied zwischen einer Rock/Pop-Band wie Toto und einem Trio wie PSP?
Der größte Unterschied? Mehr Platz auf der Bühne! (lacht) Auch der Sound ist vollkommen unterschiedlich: offener und mit mehr Freiraum – vor allem, weil die Gitarre fehlt. Das ist natürlich nicht immer ein Vorteil, sondern hängt vom jeweiligen Musikstil ab. Es ist schwieriger, diesen Freiraum perfekt auszufüllen, deswegen ist Philippe jeden Abend schwer beschäftigt. Er muss unglaublich viel spielen, soviel steht fest. Und es setzt einfach eine komplexe Art des Zusammenspiels zwischen Bass und Schlagzeug voraus. Außerdem machen wir rein instrumentale Musik, was auch nicht ganz einfach zu bewerkstelligen ist, denn wir müssen das Interesse an uns ja die ganze Show über wachhalten. Es wird auf alle Fälle eine riesige Herausforderung werden, kein Zweifel, aber eine Herausforderung, auf die ich mich schon sehr freue.
Letzte Frage: Kannst du schon etwas zur geplanten PSP-Tournee verraten? Irgendetwas Besonderes, Ungewöhnliches? Ich denke, die Shows werden generell randvoll mit Überraschungen sein. Wir werden Musik präsentieren, die man noch nie zuvor hören konnte!
Interview: Matthias Mineur
Tourdaten
30. 10. Worpswede, Music Hall
01. 11. Osnabrück, Rosenhof
03. 11. Berlin, Quasimodo
04. 11. Hamburg, Fabrik
06. 11. Ingolstadt, Jazzfestival *
07. 11. Aschaffenburg, Colos-Saal
08. 11. Aalen, Jazzfest *
09. 11. Augsburg, Spectrum-Club
12. 11. München, Ampere (Muffatwerk)
Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr
* Zeiten bei den Jazzfestivals können abweichen
Karten (€ 25,– bis € 32,– zuzüglich Gebühren)
an allen Vorverkaufsstellen und bei
Weitere Infos:
www.simon-phillips.com
www.philippesaisse.com
www.pinopalladino.com
Andere interessante Artikel:
News abonnieren
Updates per email



