Drum Tuning Teil 3
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© PPVMEDIEN 2008
Das tonale Verhältnis zwischen
Schlag- und Resonanzfell
charakterisiert zum Großteil
den Gesamtsound der Trommel.
Dabei wird das Klangbild maß-
geblich durch das Verhältnis
der Fellgrundtöne und deren
Abstand zum Kesseleigenton
bestimmt.
Klangzonen
Kontrolle über
über deinen
deinen Drumsound
Durch gezieltes Stimmen der Felle gegeneinander
könnt ihr den Klangcharakter selbst bestimmen.
euch nutzen könnt, stehen euch damit klang-
lich viele Türen offen. Ihr könnt das dritte
Prinzip allerdings nur einsetzen, wenn ihr die
ersten beiden Prinzipien verstanden habt.
Die resonante Zone – obertonreich
Am resonantesten klingt eine Trommel, wenn
der Grundton beider Felle gleich gestimmt
ist und dem Kesseleigenton entspricht.
Das
ist der so genannte Sweet Spot der Trommel.
Erhöht oder senkt ihr den Grundton der Felle
gegenüber der Eigenfrequenz des Kessels,
resoniert die Trommel etwas weniger, ist
aber dennoch lebendiger als bei den ande-
ren beiden Zonen. Das Sustain ist bei dieser
Stimmung am längsten.
Die drei Klangzonen
Insgesamt verändert sich der Klangcharakter
beim Durchstimmen ständig, da sich das
tonale Verhältnis zwischen beiden Fellen
stetig ändert.
Es sollte gut klingen, wenn das
Resonanzfell bis zu einer Terz höher gestimmt
ist als das Schlagfell, dann wieder, wenn beide
Felle gleiche Tonhöhe haben und anschlie-
ßend, wenn das Schlagfell bis zu einer Terz
höher gestimmt ist, als das Resonanzfell. Da-
zwischen, darüber und darunter klingt die
Trommel schlechter, demnach gibt es also drei
relevante Klangzonen: die resonante, die war-
me und die flache Zone.
festzustellen und alle wichtigen
Entscheidungen im Stimmvorgang
zu treffen, das war das erste Prinzip. Ebenso
habt ihr gelernt, dass jedes Fell gleichmäßig
gespannt sein muss, um optimal zu klingen,
das war das zweite Prinzip. Im Folgenden geht
es darum, den Trommeln euren Wunschsound
zu verpassen. Sollen sie hell, dumpf, knallig
oder voll klingen? Für Metal, Jazz oder Pop
gestimmt sein? Wollt ihr ohne Mikrofone spie-
len, Studioaufnahmen machen oder euch im
Proberaum gegen den Gitarristen durchset-
zen? Hier kommt das dritte Prinzip ins Spiel,
durch gezieltes Stimmen der Felle gegenein-
ander könnt ihr den Klangcharakter selbst be-
stimmen. Wenn ihr dieses Prinzip bewusst für
B
Die warme Zone – mittenbetont
Soll sich die Trommel besser durchsetzen,
könnt ihr das Resonanzfell höher stimmen
als das Schlagfell.
Der Klang wird klar defi-
niert mit kurzem bis mittellangem Sustain.
Ich setze diese Stimmung meistens für
Livesituationen ein, egal ob das Schlagzeug
isher habt ihr gelernt, mithilfe des
Gehörs die Stimmung der Trommel
Drum Tuning – das Buch
Autor
Nils Schröder
zeigt euch, wie ihr mit einer sauberen
Stimmung aus eurem Set den gewünschten Klang herausholt.
Schritt für Schritt wird gezeigt, wie ihr eure einzelnen Trommeln
stimmen solltet. Auf der beigefügten Audio-CD erklärt der Autor
begleitend zum Buch die Stimmtechniken und gibt zahlreiche
Stimmbeispiele für alle gängigen Stilrichtungen.
Info: www.ppv-medien.de.
DrumHeads!! 3/08
© PPVMEDIEN 2008
Auf der DrumHeads!!-CD hört ihr die Demonstration der
Klangzonen und die des Stimmumfangs einer Trommel.
Titel 44–45
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der Eindruck, dass der Ton im Klangverlauf
tiefer anfängt und ansteigt, es entsteht
klanglich ein Boing-Effekt.
dass der Ton höher anfängt und dann absinkt.
Es entsteht der Eindruck, dass der Ton nach
dem Anschlag nach unten „abschmiert“.
stellen, dass der Grundton des Gesamtklangs
stark durch das Resonanzfell beeinflusst
wird. Ihr solltet zudem auch bedenken, für
wen ihr stimmt. Für euch selbst oder für
Mikrofone sind die Schlagfelle von größerer
Bedeutung als die Resonanzfelle. Spielt ihr
akustisch für ein Publikum, bekommt dieses
hauptsächlich den Klang der Resonanzfelle
zu hören. Demnach müsst ihr den Fokus
der Situation anpassen. Wenn ihr also die
Grundlagen der drei Klangzonen verstanden
habt und das Wissen in der Praxis umsetzen
könnt, habt ihr die totale Kontrolle über eu-
ren Drumsound.
Nils Schröder
Die flache Zone – obertonarm
Ist das Resonanzfell tiefer gestimmt als
das Schlagfell, bekommt ihr einen tie-
fen, fetten oder aber flachen Sound.
Das
Obertonspektrum ist nur gering ausgeprägt.
Stimmt ihr das Resonanzfell in die Nähe des
tiefstmöglichen Tons, wird der Klang beson-
ders fett und die mittleren Obertöne stark re-
duziert. Manchmal sind dabei bereits Falten
im Fell sichtbar. Diese Stimmung findet ihr
häufig bei Bassdrums. Wenn das Schlagfell
Aber aufgepasst!
Das Zonenmodell wird zur Vereinfachung
auf drei Hauptzonen reduziert darge-
stellt.
Innerhalb der jeweiligen Zonen gibt
es weitere Variationsmöglichkeiten, die
sich durch Ausprobieren ermitteln lassen.
Innerhalb der groben Zoneneinteilung
gibt es je nach tonalem Verhältnis der Felle
feine Unterschiede in der Betonung oder
Abschwächung bestimmter Obertöne, die
ihr zur Feinjustierung des Klanges nutzen
höher gestimmt
tiefer gestimmt
tiefer gestimmt
höher gestimmt
Resonante Zone: Das Schlagfell (oben) ist genauso
hoch gestimmt wie das Resonanzfell (unten).
Flache Zone: Das Schlagfell (oben) ist höher als
das Resonanzfell (unten) gestimmt.
Warme Zone: Das Schlagfell (oben) ist tiefer als
das Resonanzfell (unten) gestimmt.
mikrofoniert wird oder nicht. Stimmt ihr
das Resonanzfell deutlich höher, entsteht
deutlich höher als das Resonanzfell gestimmt
wird, entsteht im Klangverlauf der Eindruck,
könnt. Insbesondere das Sustain kann stark
verändert werden. Außerdem werdet ihr fest-